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Handlungsfeld 2: Dörfliche und städtebauliche Entwicklung

Die Bewahrung der Identität unserer ländlichen Siedlungen und Ortskerne stellt die Kommunen des ILE-Gebietes vor große Herausforderungen. Die Kommunen müssen die Sicherung und Anpassung der öffentlichen Daseinsvorsorge vor dem Hintergrund des demografischen Wandels meistern.

In den Städten und Gemeinden und hier insbesondere in den Zentren und Ortskernen spiegelt sich brennglasartig die soziale, wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Entwicklung der Region wieder. Je nach dem Grad der Zentralität bzw. der Nähe zu den Verdichtungsräumen Bayreuth oder Nürnberg erfährt die Entwicklung eine andere Ausprägung: entweder als raschen Zuzug mit der Frage der Integration oder bestimmt durch die Herausforderung im Umgang mit leerstehenden Gebäuden in peripher gelegenen Gebieten.

Ziel ist es, vitale Dörfer und Siedlungen mit einer baulichen und sozialen Funktionsvielfalt langfristig zu erhalten.
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Entwicklungsziele

  • Wir setzen uns dafür ein, die soziale und bauliche Innenentwicklung in unseren Ortskernen voranzutreiben. V. a. die Instrumente der Dorferneuerung und der Städtebauförderung setzen wir hierzu gezielt ein.
  • Die Funktionsvielfalt bezüglich infrastruktureller Ausstattungen im Bereich Nahversorgung und Grundversorgung ist uns ein besonderes Anliegen. Dabei muss es Ziel sein, insbesondere Innenstädte und Ortskerne als Wohnstandort für Familien mit Kindern, aber auch für die zunehmende ältere Generation attraktiv zu machen bzw. zu erhalten.
  • Die Sanierung und Sicherung alter historisch bedeutsamer Bausubstanz und kulturgeschichtlicher Besonderheiten treiben wir voran.
  • Wir sehen eine besondere kommunale Aufgabe darin, das Bewusstsein für die städtebaulichen, sozialen und funktionalen Zusammenhänge der Innenentwicklung zu schärfen.
  • Wir sehen uns dem Grundsatz einer nachhaltigen flächensparenden Siedlungsentwicklung verpflichtet. Daher verfolgen wir ein gemeinsames Marketing für Flächen und Gebäuden, die von Leerstand und Verbrachung betroffen sind.
  • In den von Zuzug gekennzeichneten Gebieten bemühen wir uns um eine Integration der Neubürger und um bürgerschaftliches Engagement.
  • Wir setzen bei der Anpassung der sozialen und technischen Infrastruktur auf Flexibilität und Kooperation untereinander.

Bei der Siedlungsentwicklung geht es also in Zukunft v.a. darum, eine Anpassung der sozialen und technischen Infrastruktur an die veränderten Rahmenbedingungen zu bewerkstelligen. Dies bedeutet, dass sich alle (neuen) Infrastrukturen am künftig absehbaren Bedarf orientieren müssen: „Denken in Funktionen statt in Einrichtungen".

Hierzu ist es notwendig, Angebote räumlich zu bündeln und mit privaten und gemeinnützigen Anbietern zu kooperieren. In Zukunft wird es auch notwendig sein, Maßnahmen auf ihre Anpassungsfähigkeit an veränderte Alterstrukturen zu prüfen. Nutzungsflexibilität und Altersgerechtigkeit spielen eine große Rolle bei zukünftigen Infrastrukturplanungen. („morgens Schule, nachmittags Kinderhort; abends Seniorentreff"). Um diesen Weg bestreiten zu können, sind interkommunale und regionale Partnerschaften notwendig.


Stärken und Schwächen

Stärken/Chancen
Schwächen/Probleme
  • Sicherung der Vielzahl von historischen Stadt- und Ortsbildern - z. B. Gräfenberg, Egloffstein, Pottenstein, Pegnitz, Hiltpoltstein, Gößweinstein, Creußen - durch Maßnahmen der Städtebauförderung
  • In den Kernorten (z. B. Creußen, Pegnitz) hervorragende Infrastruktur (Waren des täglichen Bedarfs, Dienstleistungen, medizinische Versorgung u. a.)
  • Infrastruktur bezüglich Straßen, innerörtlicher Erschließung, Wasser, Abwasser bei allen Kommunen in geeigneter Weise vorhanden
  • Siedlungsstruktur kleinräumig und überschaubar,
  • Wohnbauflächen in ausreichendem Umfang vorhanden, allerdings die Verfügbarkeit zum Teil in Frage gestellt
  • Flächennutzungspläne und Bebauungspläne auf aktuellem Stand
  • Gute Anbindung an Großraum Nürnberg - Fürth - Erlangen durch Gräfenberg-Bahn und B2 (Gräfenberg, Weißenohe, Igensdorf
  • Hohe Wohnqualität durch landschaftliche Reize; hohes Maß an weichen Standortfaktoren
  • In manchen Kommunen ein gutes Betreuungsangebot für Kinder (Mittagsbetreuung/KiGa/Krippe z. B. in Igensdorf, Gräfenberg, Egloffstein, Hiltpoltstein)
  • Zum Teil schleppende Fortsetzung der Sanierungsmaßnahmen aufgrund von Finanzproblemen der Kommunen
  • Leerstand von Ortsbild prägenden Gebäuden in den Ortskernen
  • Große Baukörper in der Ortsmitte (z. B. Kloster Weißenohe), die einer Nachnutzung bedürfen
  • Leerstand von landwirtschaftlichen (Neben-)Gebäuden in den Ortsteilen
  • Mangelnde Kenntnis bezüglich des Angebotes an leer stehender Bausubstanz und der Nachfrage nach dieser
  • Natürliche Begrenztheit des Wohnbauangebotes (Hanglage, Feuchtflächen)
  • Grundversorgung in manchen Orten nicht ausreichend, z. B. in Gesees
  • Durch teilweises Fehlen von Kommunikationsorten Verlust von sozialem Leben im Ort
  • Unzureichende ÖPNV-Anbindung an Bayreuth
  • Unzureichende Bahnanbindung (v. a. der westlichen Gemeinden)
  • Angebote für generationenübergreifendes oder betreutes Wohnen fehlen
  • Sicherung der Infrastruktureinrichtungen bei sinkenden Bevölkerungszahlen
  • Mangelnde Mobilität für ältere Bevölkerungsgruppen, Jugendliche
  • Gefahr des Verlustes der ärztlichen Grundversorgung in den ländlichen Gemeinden, z. B. Ahorntal
  • Fehlendes Parkplatzangebot in beengten Ortslagen ( z. B. am Bahnhof in Igensdorf)

 

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Handlungsschwerpunkte

Regionales Flächen- und Gebäudemanagement
Infrastruktur anpassen
  • Gebäudebörse regional
  • Regionaler Gewerbeflächenpool
  • Sensibilisierungskampagne „Innenentwicklung"
  • Wohnraum an demografische Entwicklung anpassen
  • Dorfgemeinschaftshäuser + Dienstleistungszentren
  • Multifunktionalität von Gebäuden im Auge haben
  • Flächendeckende DSL-Anbindung

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Projekte

Kategorie A:
Umsetzung durch Zusammenschluss Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz
  • Sensibilisierungskampagne „Innenentwicklung" mit den regionalen Medien
Kategorie B:
Umsetzung durch Kooperation mehrerer Gemeinden
  • Flächen- und Gebäudebörse mit GIS-gestützter Erfassung der Bauland- und Gewerbeflächen, innerörtliches Potenzial
Kategorie C:
Umsetzung durch einzelne Gemeinde oder sonstigen Träger
  • Schwerpunkt Innenentwicklung und Multifunktionshäuser in Dorferneuerung und Städtebauförderung
  • Nachnutzungskonzepte z. B. für Kloster in Weißenohe, innerörtliche Gewerbeflächen in Creußen und Igensdorf
  • Sanierung und Sicherung herausragender kultureller und geschichtlicher Besonderheiten, z. B. Felsenkeller in Egloffstein, Scheunenviertel in Creußen und in Gräfenberg, Betzenstein

Weitere Projekte


Neben den Haupt-Projekten, die in Einzelprojektbeschreibungen detailliert dargestellt sind, wurden im Laufe des ILE-Prozesses noch weitere Ideen vorgeschlagen:

  • Schloss Schreez - Stöckelhaus-Reaktivierung als Jagdhaus
  • Schaffung eines Gemeinschafts- oder Versammlungsraumes in Pommer (Igensdorf)
  • Aussiedlung der Obstmarkthalle und Schaffung eines neuen Ortskerns (Igensdorf)
  • Stärkung der Nahversorgung durch Ansiedlung von Lebensmittelmarkt bzw. Geldinstitut (Gesees)
  • Attraktive Gestaltung der Ortsmitte (Gesees)
  • Erhalt von Grundschule und Kindergarten (Gesees)
  • Instandsetzung der Kirchenburg und des alten Kirchenweges (Gesees)
  • Nahverkehr Pegnitz - Ortsteile Pegnitz - Pottenstein ausbauen
  • Fußläufige Anbindung Bahnhof  Pegnitz - Innenstadt schaffen
  • Park and Ride-Parkplatz in Igensdorf
  • Fußläufige Verbindungen stärken  Plech - Betzenstein

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