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Kletterinfozentrum

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Das Klettern hat eine über 100-jährige Tradition in der Fränkischen Schweiz. Der 1931 erschienene Führer „Der Kletterer im Frankenjura" beschreibt bereits eine Vielzahl der heute bekletterten Felsen. Die Fränkische Schweiz gilt als eines der bekanntesten Klettergebiete Deutschlands. Dennoch ist diese sportlich und touristisch interessante Ressource nur ansatzweise genutzt.

Der Nördliche Frankenjura ist nicht nur eines der größten, sondern auch eines der traditionsreichsten deutschen Klettergebiete. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts wird hier aus sportlichem Anlass geklettert.

Obertrubach liegt im Zentrum der Kletterregion Zentraler Nördlicher Frankenjura und weist bedeutende Infrastruktureinrichtungen auf, die die Gemeinde sowohl naturräumlich als auch von der bestehenden Ausstattung her als ein Zentrum für den Klettersport prädestinieren:

 

 

 

Standortvorteile Obertrubach

Bedeutende Infrastruktureinrichtungen:
  • Der Kletter-Zeltplatz Eichler in Untertrubach als Mekka für die Kletterer.
  • Das Trubachtal bietet auf engstem Raum eine Vielfalt an Klettermöglichkeiten unterschiedlicher Schwierigkeitsstufen.
  • Der Trubachweg: Geologie-Klettern-Kultur
    Ein Themenweg, der eine Synthese schafft von der Geologie über das Klettern bis zur Kulturgeschichte des Trubachtals. Er stellt inhaltlich durch eine Wanderroute eine ideale Ergänzung zum Infozentrum dar. Konzipiert wurde der Weg von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.
  • Die Gemeinde Obertrubach profiliert sich in verschiedener Hinsicht im Bereich Natursport: DSV Nordic Walking Zentrum, Mountainbike-Strecke, Wanderparadies Trubachtal und Kletterkonzept Oberes Trubachtal.

Weitere Fakten

Bereits im Mittelalter (1200-1600) fanden sichere Besteigungen statt. Felsentürme wurden in das Verteidigungssystem von Burgen einbezogen und fanden als natürliche Bollwerke Verwendung.

So ist bekannt, dass schon 1169 der Wolfsberger Turm bestiegen wurde und um 1300 der Signalstein bei Sorg im Trubachtal. Der Signalstein diente als Zwischenstation eines mittels Blink-, Feuer- und Rauchsignalen funktionierenden Nachrichtensystems zwischen den Egloffsteinischen Burgen in Leupoldstein, Leienfels, Bärnfels und Affalterthal.

 

Um 1880 gab es bereits die DÖAV-Sektionen Fürth, Bamberg und Erlangen, es erfolgte die Besteigung des Zehnerstein und Hartelstein u.a.

 

1975 kam das Rotpunktklettern auf. Ein Rotpunkt zu Beginn eines Kletterweges bedeutet, dass es möglich ist, den Anstieg ohne Benutzen der Haken als Griffe oder Tritte oder sonstiger Hilfsmittel, die der Schwerkraft entgegenwirken, in freier Kletterei zu bewältigen. Haken und Klemmkeile dienen also nur zur Sicherung. Bei älteren Kletterern stößt das Rotpunktklettern auf Unverständnis.

 

1979 legte Wolfgang Fietz, genannt "Flipper", an der Klagemauer beim Signalstein den Grundstein für das Bouldern im Frankenjura.

1981 heißt die Seilschaft des Jahres Albert - Güllich.

Der Frankenjura ist Dank Albert, Flipper, Güllich u.a. das Top-Klettergebiet in Deutschland.

Das legendäre Bouldermagazin und das erste Sportkletterlehrbuch "Sicher freiklettern" erscheinen um 1981.

 

Trotz neuer Touren mit schwierigsten Freeeclimbs unter Albert und Güllich u.a. entstehen auch viele Erschließungen im traditionellen Stil. Ein Großteil der fränkischen Bergsteiger betreibt die Kletterei weiterhin im "klassischen Sinn".

 

Wolfgang Güllich kam am 29. August 1992 bei einem Autounfall bei Ingolstadt ums Leben. Er fand auf dem Obertrubacher Friedhof seine letzte Ruhestätte, sein Wunsch war es, bei seinen geliebten Kletterfelsen zu sein. Das Grab ist über die Jahre zu einer kleinen Pilgerstätte für Kletterer aus aller Welt geworden; viele kleine Mitbringsel schmücken den Grabstein aus löchrigem fränkischen Kalk: Karabiner, Abseilachter, Schlingen und Kletterschuhe.

 

img_richardwagner_kleinVon Obertrubach entlang des Trubachtales befinden sich, wie an einer Perlenkette aufgereiht, rund 40 verschiedene Kletterfelsen, von extrem schwer bis absolut einsteigerfreundlich mit Schwierigkeitsstufen bis 11-.

Sie machen das Trubachtal zu einem erstklassigen Kletterziel.

 

Entwicklungsziele

Folgende Zielsetzungen werden mit dem Kletterinfozentrum verfolgt:

  • Positionierung eines attraktiven Natursportangebots, aufbauend auf dem besonderen naturräumlichen und landschaftlichen Potenzial des Gebietes
  • Bündelung der für die Region im Bereich Klettern vorhandenen Aktivitäten und damit Steigerung der touristischen Attraktivität des Ortes und der Region
  • Erhöhung der Verweildauer der Gäste in der Region und damit Steigerung der Wertschöpfung durch touristische Angebote
  • Umfassende Information über alle Klettergebiete und Kletterkonzepte in der Fränkischen Schweiz
  • Optimierung der Besucherlenkung
  • Attraktive Präsentation der gesammelten Informationen zum Thema
  • Klettern: Infos über private Anbieter von Kletterkursen, Kletterkurse, Klettershops, DAV, Felsbetreuer
  • Sensibilisierung für Konfliktfelder: Klettern und Naturschutz, Privatanlieger, Grundstückseigentümer, Jäger
  • Positionierung der Gemeinde Obertrubach als Zentrum für Klettersport in der Fränkischen Schweiz
  • Informative und erlebnisorientierte Präsentation des Angebotes

 

Im Rahmen des Projektes soll eine professionelle Positionierung unternommen werden, das Klettern als eine Natursportart in der Fränkischen Schweiz zu etablieren.
Durch die Vernetzung verschiedener Akteure und durch umfangreiche Image- und Öffentlichkeitsarbeit sollen wirtschaftliche Wertschöpfungseffekte verstärkt generiert
werden.

 

Aktueller Umsetzungsstand

Im Sommer 2010 haben die Bauarbeiten am Kletterinfozentrum begonnen.

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Am Samstag, 3. September 2011, fand die offizielle Eröffnung des Kletterinfozentrums statt.

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Förderung

Die konzeptionellen Vorarbeiten für das Kletterinfozentrum wurden über die ILE Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz durch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken kofinanziert.

Über Mittel des Konjunkturpakets II wurden der Info-Pavillon mit Juragarten, das Kletter- und Naturerlebnisgelände mit Boulderwand sowie die Geländegestaltung gefördert.

Der Info- und Spielflächenbereich zum Kulturerlebnis Fränkische Schweiz am Kletterinfozentrum (Spielbereich mit Kletterburg, Infotafeln zu LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz, Parkplatz) und die erforderlichen Marketingmaßnahmen sowie Öffentlichkeitsarbeit für das Kletterinfozentrum wurden durch LEADER-Mittel der LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz unterstützt.

 

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V.l.n.r: Bürgermeister Willi Müller, Obertrubach, Anton Eckert, LAG Kulturerlebnis Fränkische Schweiz, Michael Hofmann, LEADER-Beauftragter Oberfranken, Michael Breitenfelder, Umsetzungsmanager Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz, Ltd. Baudirektor Anton Hepple, Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken


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