Das Gebiet des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz befindet sich im südöstlichen Teil des bayerischen Regierungsbezirkes Oberfranken und erstreckt sich zwischen den Städten Nürnberg und Bayreuth entlang der Verkehrsachsen A9 und B2. Es umfasst 18 Gemeinden aus dem südlichen Landkreis Bayreuth und dem südöstlichen Landkreis Forchheim.
Insgesamt leben in den Gemeinden des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz rund 57.000 Menschen auf einer Fläche von 626 km². Die größte Kommune im Gebiet ist Pegnitz mit 14.076 Einwohnern, gefolgt von Pottenstein mit 5.442 Einwohnern. Die kleinste Gemeinde der Region ist Haag mit 963 Einwohnern.
(Quelle: Bay. Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 2005).
Mit Ausnahme der kleineren Gemeinden im Norden des Projektgebietes (Landkreis Bayreuth), die über keinen nennenswerten Tourismus verfügen, liegen die meisten ILE-Gemeinden auf dem Gebiet des Naturparks Fränkische Schweiz, einem der ältesten Urlaubsgebiete in Bayern.
Fläche und Nutzung
Dominierend sind in allen Gemeinden die landwirtschaftlichen Flächen, aber auch der Waldanteil ist in vielen Kommunen überdurchschnittlich hoch und erreicht in einigen Fällen 40 % und mehr an der Gesamtfläche. Eine sehr hohe Quote mit mehr als 45 % verzeichnen besonders Betzenstein, Gößweinstein, Obertrubach und Schnabelwaid, während in Prebitz, Gräfenberg und Igensdorf der Anteil unter 30 % liegt.
Die sonstigen Flächen - hier handelt es sich v. a. um Siedlungs- und Verkehrsflächen - liegen i.d.R. unter 10 %. Ist der Anteil wie in Pegnitz oder in Igensdorf höher, so zeugt dies von Industrieansiedlungen (wie z. B. in Pegnitz) oder dem Bereich Handel und Dienstleistungen, wie z. B. dem in der Fränkischen Schweiz beheimateten Obstanbau.
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Tabelle der Flächengrößen und -aufteilung |
Raumstruktur
Aussagen des Landesentwicklungsprogramms (LEP) Bayern 2006:
Die Gemeindegebiete des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz werden im LEP zum größten Teil als ländlicher Teilraum, dessen Entwicklung in besonderem Maße gestärkt werden soll (Ahorntal, Betzenstein, Gößweinstein, Pegnitz, Plech, Pottenstein), bestimmt. Ebenfalls sechs Gemeinden (Egloffstein, Gräfenberg, Hiltpoltstein, Igensdorf, Obertrubach, Weißenohe) liegen im ländlichen Teilraum im Umfeld der großen Verdichtungsräume , drei im Stadt- und Umlandbereich im ländlichen Raum (Gesees, Haag, Hummeltal) sowie drei im allgemeinen ländlichen Raum (Creußen, Prebitz, Schnabelwaid). Insofern stellt das Projektgebiet - nicht nur aus raumstruktureller Sicht - kein homogenes Gebiet dar. Eine einheitliche Zuordnung des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz kann hier nicht getroffen werden. Allen 18 Kommunen gemein ist jedoch die Zuordnung zur Gebietskategorie des ländlichen Raumes.
| Karte zu den Gebietskategorien |
Kriterien für die Zuordnung zur Gebietskategorie des ländlichen Raumes sind dabei v. a.
- hohe Landwirtschaftsquote,
- niedriger Tertiärbesatz,
- geringe Beschäftigtenentwicklung,
- niedrige Einkünfte je Steuerpflichtigem,
- hohe Arbeitslosenquote,
- große Fernpendlerquote,
- kleiner Wanderungssaldo.
Um das Leitziel der Schaffung gleichwertiger Lebens- und Arbeitsbedingungen in Verbindung mit dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung zu verwirklichen, soll in diesen strukturschwachen Räumen die Entwicklung in besonderem Maße gestärkt werden.
| Lesen Sie hier mehr über die Raumordung in der ILE-Region. |
Bezug zur Europäischen Metropolregion Nürnberg
Nach dem Entstehen der Europäischen Metropolregion Nürnberg im April 2005 wurden inzwischen von fast allen oberfränkischen Stadt- und Kreistagen bezüglich einer Beteiligung zustimmende Entscheidungen getroffen. Zu klären ist dabei allerdings noch die Rolle, welche ländliche Räume wie die Region des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz innerhalb der Metropolregion spielen können und welche Auswirkungen von dieser ausgehen werden.
Der Kernraum der Metropolregion Nürnberg umfasst zwölf Landkreise und acht kreisfreie Städte, das metropolitane Netz weitere acht Landkreise und drei kreisfreie Städte.
(vgl. Karte).
Europäische Metropolregion Nürnberg
(Quelle: Europäische Metropolregion Nürnberg, 2009)
Nach dieser Abgrenzung liegen die Gemeinden des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz im stark bzw. partiell mit dem Kern verflochtenen Gebiet. Allerdings zeigt sich damit auch, dass die Region gewissermaßen den „Zwischenraum“ zwischen dem Kern der Metropolregion und dem „Leuchtturm“ Bayreuth im Norden darstellt. Die Frage für die Gemeinden des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz muss also lauten: „Was kann man als Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz zur Metropolregion beitragen, was andere in der Metropolregion nicht haben?“ Im Kern geht es darum, Besonderheiten bzw. Stärken des Wirtschaftsbandes, vielleicht sogar einmalige Gegebenheiten herauszustellen, um mit dem Kernraum der Metropolregion zusammenzuarbeiten und letztlich auch von der Entwicklung der Gesamtregion profitieren zu können.
Eine große Stärke der Gemeinden des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz liegt in diesem Zusammenhang in den vorhandenen naturräumlichen und touristischen Potenzialen. Dabei kann die ausgeprägte Naherholungsfunktion vor allem der südlichen Gemeinden für die Bevölkerung des Verdichtungsraumes Nürnberg-Fürth-Erlangen herausgestellt werden. 
Einmalige Stärken der Region sind dabei z. B. die Karstlandschaft oder die zahlreichen Kletterfelsen in vielen Gemeinden.
Daneben gibt es beispielsweise in verschiedenen Gemeinden herausragende Unternehmen, die als „Leuchttürme“ des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz in die Metropolregion eingebracht werden sollten.
Die Wahrnehmung solcher Stärken innerhalb des Wirtschaftsbandes A9 Fränkische Schweiz würde im Kernraum zu einer deutlichen Positionierung und damit zu Wohlfahrtseffekten im ILE-Gebiet führen.
Mehr zu den Stärken der Region unter Handlungsfelder & Entwicklungsziele

